Die Pflicht zur Nachsuche ist gesetzlich verankert und seit 2002 genießt Tierschutz auch Verfassungsrang.
Nicht jeder Schuss trifft ins Leben und nicht jeder Verkehrsunfall lässt Wild auf der Stelle verenden. Verletztes Wild vor Leiden und einem qualvollen Tod zu bewahren muss für jeden Jäger ethische Verpflichtung sein.
Weidgerechtigkeit umfasst nicht nur Pflegen jagdlicher Traditionen es beinhaltet auch den sorgsamen und anständigen Umgang mit dem uns anvertrautem Wild. Diese Verantwortung muss von jedem Jäger getragen werden.
Ursachen für Nachsuchen können vielfältig sein, wie z. B. persönliche Schwächen des Schützen, technische oder organisatorische Mängel.
Jeder Jäger sollte die Telefonnummer eines Schweißhundgespanns zur Hand haben um nicht unnötig Zeit zu verlieren.
Telefonnummern von Gespannen erhalten Sie bei Ihren Hegeringen, Kreisgruppen oder der Kreis- oder Landesjägerschaft.
Auch die Gruppenobmänner können Ihnen Auskunft über ein Gespann in Ihrer Nähe geben.
Hier können Sie einen Flyer mit den wichtigsten Verhaltensregeln nach dem Schuss downloaden: [ SEITE 1 ][ SEITE 2 ]
Ist eine Nachsuche auf Schalenwild erforderlich, so versuchen Sie sich an den Kugelschlag zu erinnern und merken Sie sich den Anschuss sowie die Fluchtrichtung des Wildes.
Bitte gehen Sie nicht gleich zum Anschuss wenn das Wild die nahe Dickung angenommen hat, aufgemüdetes Wild macht eine Nachsuche komplizierter.
Verbrechen Sie den Anschuss, aber laufen Sie nicht unnötig herum, Sie verteilen mit Ihren Schuhen Schweiß, Haare und Gewebe.
Decken Sie den Anschuss bei Regen oder Schnee ab, nehmen Sie Deckenfetzen, Knochen- und Gewebeteile mit, damit Raubwild und Vögel sie nicht aufnehmen können und am nächsten Morgen wertvolle Anhaltspunkte für den Hundeführer verschwunden sind.
Folgen Sie bei vermutlichem Kammerschuss einer gut schweißenden Fährte nicht sofort, auch Lungenschüsse sind nicht immer tödlich. Endet die Schweißfährte plötzlich, so suchen Sie nicht planlos umher, sondern rufen Sie einen Nachsuchenführer.
Wenn Sie nicht absolut sicher sind, dass Ihr angetragener Schuss ins Leere ging (deutlicher Kugelriss); so veranlassen Sie trotzdem eine Kontrollsuche. Sie stören einen Schweißhundführer nicht wenn Sie ihn um eine Kontrolle bitten er ist auch für Kontrollsuchen zuständig. Mehr als 10 Prozent solcher Kontrollsuchen nach einem angeblichen Fehlschuss führen doch noch zum Erfolg.
Beachten Sie die Hinweise des Hundeführers, Verständigen Sie sich durch Funk, Handy oder Jagdhorn, weisen Sie ihn auf Strassen hin und fordern Sie eventuell ortskundige Jäger an. Die Unfallverhütungsvorschriften schreiben Warnkleidung vor!
Den Fangschuss gibt allein der Hundeführer!
Nachsuche ist praktische Jagdausübung, der Hundeführer ist Jagdleiter!
Falls in Ihrem Bundesland keine revierübergreifenden Nachsuchenvereinbarungen bestehen, informieren Sie die betroffenen Revierpächter vorab. Schließen Sie schon vorher tierschutzgerechte Nachsuchen- bzw. Wildfolgevereinbarungen damit es an Reviergrenzen nicht zu unnötigen Wartezeiten kommt.
Für die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind Richtlinien für Nachsuchen erlassen. Näheres erfahren Sie bei Ihrem Landesjagdverband.